Methodik und Didaktik in BeNaVit

 

Auf den folgenden Seiten finden Sie anregende Vorschläge, Werkzeuge und Vorgehensweisen wie mit unseren Modulen gearbeitet werden kann. Diese beschreiben den generellen Ablauf der sofort abspielbaren digitalisierten Online-Version. Bei selbständiger Durchführung gelten diese natürlich nur als mögliche Leitlinie. Ihre eigenen Methoden, etc. können Sie völlig individuell integrieren.

 

Wie sieht unser Lernkonzept aus?

„Was keinen Sinn hat, kann weder verstanden, beurteilt noch dem Gedächtnis übergeben werden.“

Comenius

 

Wie sieht unsere konzeptionelle Vision aus?

- Einfluss des Menschen auf seine Umwelt und sich selbst verdeutlichen

- Sinngebende Zielmöglichkeiten schaffen durch aktive Mitgestaltung der Umwelt und Steigerung von Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit

"Wenn ICH mein Selbst sensibilisiere, dann betreibe ich automatisch Umweltsensibilisierung."

 

Wie sieht unser Sandwich Prinzip aus?

Nachfolgende Grafik zeigt einen beispielhaften Aufbau unserer digitalen Online-Versionen. Ihre eigenen Methoden und Werkzeuge können individuell integriert werden. Zudem können Sie den Ablauf auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen.   

 

Wie laufen die digitalisierten Module genau ab?

- Der Einstieg:
> im Modul enthalten aber auch optional eigenständig durch die Lehrperson durchführbar:
> Advance Organizer („WissensWerte Landkarte“): fördert Autonomiefähigkeit, inhaltliche Transparenz und Vorwissen
> Vorkenntnisse erfassen & Neugier wecken
> Beziehungsebene herstellen

- Hauptablauf der Module:
> Wechsel zwischen „WissensWerteWeitergabe“ (Inputphase) und subjektiver Aneignungsphase
> Generell: Lehrperson hat die Möglichkeit das Modul auf ihre Unterrichtsinhalte oder die Lernbedürfnisse (Arbeitstempo, etc.) individuell anzupassen, indem das Modul-Video jederzeit pausiert werden kann oder einzelne Teilabschnitte verwendet werden können

- Der Schluss:
> Lernende notieren sich bzw. malen ihr Fazit am Ende zur Eigenreflexion (Verwendung des „Journals“ ist hier möglich)
> Lehrperson ist dazu angehalten, am Ende eine Abschlussreflexion bzw. Austauschrunde in Eigenregie durchzuführen
> Individuell kann die Lehrperson entscheiden…
…den Advance Organizer (WissensWerte Landkarte) erneut zu präsentieren
… zusätzlich Lernlücken zu schliessen, Fragen zu klären und das Verständnis zu vertiefen
… die vorgefertigte Strukturlegetechnik und/oder die WissensWerte Landkarte zu integrieren
… das Thema individuell (z.B. mit dem Aufgabenblatt: Zusatzideen) zu vertiefen
… die „BeNaVit Austauschgruppe“ in Facebook vorzustellen für eine zusätzliche individuelle Vertiefung sowie Vernetzung der SchülerInnen

 

Welche Sozialformen und Methoden favorisieren wir?

- Murmelphasen
> 1 – 2 Minuten Erfahrungs – und Gedankenaustausch ohne Bewertung
> Ankündigung interaktiv per Screen

- Einzelarbeitsphase
> für individuelle Speicherung & Eigenreflexion
> als Stundenabschluss: Repetition und Reflexion durch Aufzeichnungen

- Partnerarbeit
> leicht zu organisieren (ohne aktiven Lehrer)
> alle Lernenden (Novizen) kommunizieren aktiv miteinander
> häufige Chancen zum Austausch
> kein zusätzliches Material nötig
> jeder bringt eigene Erfahrungen und sein Selbst ein

- LoL (Lernen ohne Lehrer)
> Lehrperson ist in der Position des Beobachters und Begleiters, da während des Films alles verständlich angeleitet wird
> bestens für Projektstunden oder o.Ä. geeignet

- Organisierte Gruppenprozesse anregen
> beliebig individuell einbaubar durch die Lehrperson: Modul kann jederzeit pausiert & mit eigenständig gewählten Methoden wie z.B. Kugellager, Gruppenpuzzle, Lerntempoduett, Netzwerk, etc. gestreckt werden
> „Energizer“ zur Auflockerung

- Vorbereitete „ready-to-use“ Ergänzungsmaterialien zu jedem Modul:
> Strukturlegetechnik
> WissensWerte-Landkarte (Advance Organizer)
> Zusatzideen (Vertiefungsarbeitsblatt)
> Handout für Lernende mit Tipps und Übungen
> Kapitel- & Aufgabenübersicht
>Lernziele & Lebenskompetenzen

 

Welche Werkzeuge werden benötigt?

- PC oder Notebook
- Beamer
- Soundanlage zum Abspielen des Moduls

 

Welche Werkzeuge können optional integriert werden?

- Ampelkarten für die Ampelmethode: runde Kreise in den Farben Rot, (Gelb), Grün; alternativ auch Objekte (z.B. Stifte) in diesen Farben einsetzbar
- „Rede-Ball“ zum Zeigen wer das Wort erhält
- Ein kleines BeNaVit-Journal (Sammelbuch) für Mitschriften jeder Art z.B. im Textil- oder Kunstunterricht entsprechend gestaltbar durch die Lernenden
- Symbolische Objekte Ihrer Wahl zur Reflexion
- Die „BeNaVit Austauschgruppe“ in Facebook für zusätzliche, individuelle und selbständige Vertiefung sowie Vernetzung der SchülerInnen untereinander

 

Welche pädagogische Lernumgebung steht hinter BeNaVit?

- Lernende können sich ohne Scham in ein Thema einfinden und fühlen sich motivierter zu agieren, wenn sie…
> sich durch unser Dialog-Format leicht in die kontroversen Rollen auf Augenhöhe hineinversetzen können
> emotional angesprochen werden: Lernen ist eine Sache der Beziehung und Begegnung und dadurch automatisch mit Gefühlen / Emotionen verbunden
- Informationen kritisch durchdenken und eigene Schlüsse ziehen
- das Leben basiert auf Veränderungsprozessen und fordert Anpassungsfähigkeit
- Lernender ist das handelnde Subjekt im Prozess der Wissensaneignung
- Förderung von Austausch in Partnerarbeit als Sozialform mit hohem Aktivierungspotential; Anregung der Eigenreflexion mittels Einzelarbeit
- Erkundendes Lernen um neue Innovationen entstehen zu lassen (vgl. Emodidaktik von Michael Kobbeloer)
- In BeNaVit werden verschiedenste versierte didaktische Anschauungen miteinander symbiotischen kombiniert
- Von unseren Modulen können sowohl Kinder als auch Erwachsene profitieren

 

Warum digital?

- jederzeit individuelle, einfache und unabhängige Nutzung (sofort und gratis)
- gleichzeitige und unbeschränkte Nutzung von mehreren Bildungseinrichtungen
- interaktives Streaming-Format im Serienstil: aktuell, sinnstiftend und ansprechend für die Altersgruppe der Schüler/-innen
- durch Digitalisierung entsteht automatisch eine minimalistische und umweltfreundliche Aufbereitung (z.B. Vermeidung von Papier- und Materialüberschuss)

 

Welche Mission liegt BeNaVit zugrunde?

- Wir sehen uns als Impulsgeber für Potentialentfaltung
-  eine positive Ausrichtung: auf Vertrauen basierend
- Lernender ist Konstrukteur seines eigenen Lebens
- Lernender ist das handelnde Subjekt im Prozess der Wissensaneignung
- Lehrperson ist Lernumgebungsgestalter und macht lediglich Angebote, um zu ermutigen und zu inspirieren, da Menschen grundsätzlich nicht be“lehrbar“ sind.
- Autonomie: Selbstwirksamkeitserfahrung und Eigenverantwortung
- Identitätsfördernd: Welche Fähigkeiten haben Lernende beim Verlassen der Schule?
- Vermittlung von Lebenswissen, worauf andere „Fachwissensthemen“ aufgebaut werden können
- Beiläufiges Lernen durch authentische Dialoge im Streaming-Format
- Lernende sollen eigenes Inneres kennen und verstehen lernen, damit sie letztendlich der Mensch werden, der sie wirklich unverfälscht werden wollen, wodurch das eigene Potential automatisch entflammt wird
- Unsere Philosophie orientiert sich an den beiden wichtigsten zu erreichenden Kernkompetenzen:
> Möglichkeit, sich an neue Situationen anzupassen
> Kreativität
> eigenständiges & selbstbewusstes Denken
- Umweltsensibilisierung bedeutet für uns:

„Das eigene Verhalten in Bezug auf die Umwelt reflektieren, um nachhaltige Entwicklung mitzugestalten und Mitverantwortung für diese übernehmen zu können.“

5i-Förderorganisation

 

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen dahinter?

- Neuroplastizität des Gehirns ist im Kindes - und Jugendalter am produktivsten
- eine Erfahrung als ERLEBNIS ist durch eine besondere emotionale Weise ausgezeichnet und bleibt daher besonders in Erinnerung und verstärkt neuronale Plastizität, da das emotionale Gedächtnis (im limbischem System) positiv bewertete synaptische Erregungszustände weitergibt
- Neugier wird durch Unerwartetes geweckt (Spitzer)
- Dopamin als „Belohnungshormon“ wird ausgeschüttet und unterstützt ein emotional ganzheitlichen Flow-Zustand, der nachhaltig Glück und Zufriedenheit fördert (Csikszenmihalyi)

 

Welche Anforderungen stellt die Gesellschaft an die Bildung?

„Das Gehirn, so lautet die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Hirnforscher, lernt immer, und es lernt da am besten, was einem Heranwachsenden hilft, sich in der Welt, in die er hineinwächst, zurecht zu finden und die Probleme zu lösen, die sich dort und dabei ergeben. Das Gehirn ist also nicht zum Auswendiglernen von Sachverhalten, sondern zum Lösen von Problemen optimiert (…) das Gehirn ist auch nicht in erster Linie als Denk- sondern als Sozialorgan gebraucht und entsprechend strukturiert.“

G. Hüther

- überfachliche Qualifikationen werden verlangt
- unsere hochentwickelte Gesellschaft braucht vermehrt Kreativität
- gegenwärtige „Probleme“ erfordern neue Lösungsansätze, welche bisherige Vorgehen nicht liefern können (Precht, Kobbeloer)
- Heterogenität im Allgemeinen fordert Veränderungen und “neue“ Kompetenzen wie emotionale Intelligenz

 

Welche Merkmale zeigen die BeNaVit-Module?

(Basierend auf verknüpften Erkenntnissen von Hilbert Meyer, Andreas Helmke und John Hattie)

- Inhaltliche Klarheit und Strukturierung:
> roter Faden für alle Beteiligten jederzeit erkennbar
> grober Strukturaufbau im Allgemeinen gleichbleibend
> Neugier wecken bzw. Vorwissen aktivieren
> Abwechslung von Phasen des kollektiven Lernens (Inputphasen über „WissensWerteWeitergabe“) und Phasen der subjektiven Auseinandersetzung (Aktivitäten der Lernenden, Murmelphase, etc.)
> wiederkehrende Requisiten und Symbole als Visualisierungen (einprägsam und motivierend für Lernende durch Wiedererkennungseffekt)

- Hoher Anteil echter Lernzeit:
> Interaktiver Ablauf / aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten
> Theorie-Praxis-Relation zu Gunsten eines nachhaltigen Lernerfolgs
> optimaler Rhythmus von Anspannung und Entspannung mittels Bewegung und „Energizern“
> Förderung von selbständigem und selbstreflektierendem Denken und Handeln

- Lernförderliches Klima:
> Weckung der intrinsischen Motivation der Lernenden mittels Modernität: ansprechender Unterrichtsstil durch Digitalisierung im Streaming-Format

- Sinnstiftendes Kommunizieren:
> Sandwich-Prinzip als planvoll hergestelltes Arrangement: den Lernenden wird eine aktive und kontroverse Auseinandersetzung mit den vermittelten Inhalten ermöglicht: thematische und lernstrategische Orientierung

- Methodenvielfalt:
> verschiedenste Methoden werden in den Videos implementiert
> weitere zu den Modulen passende WELL-Methoden (Wechselseitiges Lehren und Lernen) werden der Lehrperson vorgeschlagen und empfohlen

- Individuelles Fördern:
> Phasen der subjektiven Auseinandersetzung und die jeweils individuellen Lernvoraussetzungen prägen und fordern das individuelle Denken

- Transparente Leistungserwartungen:
> BeNaVit-Verständnis: jedes Individuum durchlebt eigene Erfolgserlebnisse, wodurch sich automatisch ein „Durchdenk-Prozess“ einstellt und die Lernenden eigene Schlüsse für ihr Leben fassen
> BeNaVit möchte in einer ohnehin stark leistungsorientierten Gesellschaft eine Überprüfung der Leistungen der Lernenden vermeiden
> eine „Prüfung“ der Inhalte sollte ohne Bewertung stattfinden bzw. es sollten folgende Bewertungsmassstäbe gelten: Lernende sollen ihr eigenes Portfolio zu einem Modul erstellen bzw. eigene Ideen der Leistungsmessung vorschlagen und durchführen dürfen, z.B.: vorgefertigte Strukturlegetechnik, Brainstorming, Kurzvortrag, Strukturierte Kontroverse

- Motivation:
> Thematisch: Interesse weckende Auswahl und Gestaltung des Moduls
> Instrumentell: Akzentuierung der Wichtigkeit und Nützlichkeit des Lernstoffes
> Psychologisch: Fähigkeit der Pädagogen, die Lernenden für die Themen zu begeistern (Vorbildfunktion, Enthusiasmus, Engagement, Freude, etc.)

- Schülerorientierung und Unterstützung:
> Lernende fühlen sich persönlich ernst genommen, weil Expertenrolle im Pädagogenteam wechselt, um darzustellen, dass jeder seine eigenen Erfahrungen & Sichtweisen als Experte einbringen kann; Novize erfüllt die Rolle des situativen Repräsentanten des Lernenden

- Konsolidierung und Sicherung:
> dauerhaftes und „intelligentes“ Lernen mittels Transferangeboten
> vor/in/nach Moduleinheit: Advance Organizer, Strukturlegetechnik, weitere WELL-Methoden: üben, wiederholen, konsolidieren, vertiefen
> Moderne „BeNaVit Austauschgruppe“ in Facebook für individuelle und selbständige Vertiefung & Vernetzung der Schüler
- Aktivierung:
> Ermutigung zum Entdecken eigener Denkweisen für Meinungsbildung, Meinungsäusserung und eigenes Handeln
> zum Nachdenken auffordernde Fragen
> jeder Schüler wird sprachlich aktiv, indem er sich z.B. in den Murmelphasen mit den anderen Lernenden austauscht
> durch Grafik, Video und Audio werden visuelle Reize angesprochen
> Energizer zur kinästhetischen Aktivität: Entspannung, Konzentrations-fähigkeit fördern, andere Personen besser kennenlernen

- Kompetenzorientierung:
> Lernende werden zu Erfahrungsaustausch & „Durchdenken“ angeregt
> Kompetenz der Problemlösung wird über Kreativität gefördert
> Modulthemen fördern harmonische Balance im Umgang mit Menschen und Situationen im Alltag

- Umgang mit Heterogenität:
> aktive Phasen der subjektiven Auseinandersetzung: jeder Lernende hat die Möglichkeit seine eigenen Erfahrungen zu erzählen, wodurch kein bestimmtes „Leistungsniveau“ angesprochen wird bzw. spezielle Voraus-setzungen verlangt werden

- Lehrerpersönlichkeit:
> Schauspielpädagogen sind motivierend
> Schauspielpädagogen stellen authentische Vorbilder dar

- Gute Vorbereitung:
> einfaches Abspielen der Module mittels Beamer
> Kapitel- & Aufgabenübersicht zur Mitverfolgung während des Films
> „ready-to-use“-Ergänzungsmaterialien (siehe Auflistung unten:Seite 11)
> Lehrer-Tutorial-Video zu möglichen Vertiefungsmöglichkeiten (Tipps, etc.)
> Informationsmaterial: Lernziele/Kompetenzen, Methoden-Erklärung

 

Weshalb wir „Mathetik“ integrieren?

- BeNaVit verfolgt einen anthropologisch-didaktischen Ansatz, der im Gegensatz zur Didaktik als konstruktivistische Mathetik (Platon/Comenius) bezeichnet wird. Das Wort „Mathetik“ stammt aus dem griechischen „mathein“ bzw. „mathanein“ und bedeutet bei Platon „lernen“ sowohl im Sinne eines Prozesses als auch eines plötzlichen Erkenntnisgewinnes

- Didaktik vs. Mathetik (von der Lehrkunst zur Lernkunst)

„[…] nicht vom Inhalt, sondern vom Menschen ausgehen“
H. Hentig

- Reduktion und Genesung von pädagogischen Problemfeldern wie schwache Leistungen, Monotonie, Vandalismus und Gewalt, Schulangst, Burnout-Syndrom, Emotionsausbrüche, Materialschlacht und überhandnehmende Bürokratie

- Mathetik ist die Betonung einer „menschengerechten“ beziehungsweise „gehirngerechten“ Orientierung des Lernens an den Bedürfnissen des Lernenden. Gewonnene Erkenntnisse der Mathetik stimmen auch mit Erkenntnissen der modernen Neurowissenschaften überein. Deren Forschungsergebnisse zeigen, dass die traditionellen Praktiken der Wissensvermittlung in Schule und Beruf teilweise nicht im Einklang damit stehen.

„Mathetik ist eine notwendige Korrektur des gedankenlos verabsolutierten Prinzips der Didaktik: dass Lernen auf Belehrung geschähe.“
H. Hentig

- Mathetik betrachtet schulisches Lernen aus dem Blickwinkel des Schülers und charakterisiert das Verhältnis zwischen Lehrperson und Lernenden als ‚symmetrisch‘ und ‚herrschaftsfrei‘ auf einer Ebene (Lehrperson = Lernberater und helfender Erzieher)

- Mathetik impliziert das ‚konstruktivistische‘ Verständnis von Lernen, das dieses als aktiven, selbstorganisierenden Prozess versteht, bei dem die je eigenen ‚Wirklichkeiten‘ des Individuums von diesem ‚konstruiert‘ werden (Konstruktivismus)

- Sie sieht jede einzelne Handlung des Menschen im Zusammenhang mit seiner Gesamtpersönlichkeit und erkennt alle Erfahrungen, die er mit sich und seiner Umwelt macht, als umfassendes Erleben und integratives Zusammenwirken.

- Lehren vor allem als strukturiertes, umfassendes Angebot an den Lernenden sehen, das nicht nur auf der Inhalts-, sondern auch auf der Beziehungsebene abläuft  damit beinhaltet es einerseits das Lernen selbst und spricht andererseits nicht nur die Kognition, sondern auch Emotion, Motivation und Volition (Willen) des Lernenden an

- Selbsterziehung : Kinder – und Jugendliche wirken so selbst motivierend an ihrer Erziehung mit (Vergleiche: Wilhelm von Humboldt, wonach „Bildung einen personalen Eigenwert besitzt“)

- Bildung ist ein subjektiver Vorgang, bei dem Jugendliche die Konstrukteure ihrer Bildung und damit Selbstersteller ihrer Identität sind  Wesentlichstes Merkmal des Lernens ist ein Sinn dahinter

„Es ist Kern einer modernen erfolgreichen Pädagogik, dass sie Lust macht auf fortgesetztes Lernen. Bei dieser Pädagogik steht der Lernende im Mittelpunkt, seine Wertschätzung und seine positive Selbstwahrnehmung. Was er tut und lernt, hat mit ihm zu tun. Deshalb ist etwas wichtig und deshalb wird es gelernt."

U. Hermann

 

Was uns das Beispiel Finnland zeigt?

Weltweit verändert sich aktuell enorm viel in den Bildungssystemen. Beispielsweise sieht Finnland als eines der führenden Länder im weltweiten Bildungsvergleich einen neuen interdisziplinären „Phänomen-Unterricht“ (PBL / Phenomenon Based Learning) vor, der stufenweise erstmalig zum Schuljahr 2016/2017 eingeführt wurde.

„Es gibt Schulen, die noch immer im alten Stil des 19. Jahrhunderts unterrichten. Aber die Bedürfnisse müssen an das 21. Jahrhundert angepasst werden.“
Marjo Kyllonen, Chefin der Bildungsbehörde von Helsinki

In einer zunehmend komplexen Welt geht es mehr und mehr darum, Zusammenhänge zu erkennen, Phänomene eben, und nicht nur deren isolierte Einzelaspekte.

„Die größte Veränderung ist, dass die Inhalte nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Das Leben ist nicht nur Mathe, Physik und andere Unterrichtsfächer, sondern es besteht aus ganzheitlichen Vorgängen.“
Klassenlehrer an einer Schule in Helsinki

Es geht für die Bildungsexperten Finnlands heutzutage nicht mehr um Schubladendenken, sondern um die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erforschen mit weniger strikten Grenzen und mehr Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fächern.

„Die Fächer spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Aber mit weniger strikter Abgrenzung und mehr praktischer Zusammenarbeit. Immer mehr treten auch ethische Fragen in den Vordergrund. Deshalb geht es auch um die Kunst nachhaltig zu leben.“
Irmeli Halinen, Reform-Verantwortliche im finnischen Schulministerium

Bis zum Jahr 2020 sollen mit dem PBL alle Schüler Ereignisse und Themen interdisziplinär bearbeiten.

„Statt Wissensaneignung geht es um Lebenskompetenz. Schüler müssen sich heute eine immer komplexere Welt erschließen und der finnische Ansatz könnte helfen, übergreifend zu denken, arbeiten und zu handeln. Auch später im Beruf sind fachübergreifende Kenntnisse notwendig, um Situationen ganzheitlich bewerten zu können, beispielsweise als Arzt.“
Michael Schratz, Institut für Schulforschung der Universität Innsbruck

 

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